Leitbild

Seit der Gründung im Jahr 1888 ist die Höhere Graphische Bundes-Lehr- und Versuchsanstalt in Österreich zur führenden Institution bei der Ausbildung von Druck- und MedientechnikerInnen, FotografInnen, Multimedia GestalterInnen sowie Grafik- und KommunikationsdesignerInnen geworden. Die AbsolventInnen der Graphischen sind weit über die Grenzen Österreichs hinaus begehrte MitarbeiterInnen und finden sich bei führenden Arbeitgebern oder haben sich erfolgreich selbständig gemacht.



>> Leitbild der Graphischen (pdf)

1 Ausbildungsziele

1.1 Ausbildung für Berufe in der Medien- und Kommunikationsbranche
Die SchülerInnen und Studierenden wählen aus vier Fachgebieten für ihre Berufsausbildung:
— Druck und Medientechnik
— Fotografie und audiovisuelle Medien
— Grafik- und Kommunikationsdesign
— Multimedia

Wir bieten eine fachspezifische Ausbildung, die es ermöglicht, rasch in einen Beruf der Medien- und Kommunikationsbranche einzusteigen oder eine weiterführende Ausbildung zu besuchen. Nach den Reife- Diplom- und Abschlussprüfungen ist der Weg zu Fachhochschulen, Universitäten und Ingenieurszertifikaten offen.

1.2 Entwicklungsfähigkeit
Unser Ausbildungsziel ist nicht nur die rasche Einsetzbarkeit der AbsolventInnen im Beruf, sondern fundiert ausgebildete PraktikerInnen, die aktuelle Technologien grundsätzlich beherrschen. Sie sind bereit, auf die spezifischen Anforderungen ihres Arbeitsplatzes flexibel zu reagieren und ihn zu gestalten.
Durch systematische Kooperation mit in- und ausländischen Ausbildungsinstitutionen bieten wir ein Sprungbrett zu internationalen akademischen Ausbildungen.

1.3 Qualität
Der Qualitätsanspruch wird durch die Bereitschaft gewährleistet, sich selbstkritisch nur mit der bestmöglichen Lösung zufriedenzugeben.

1.4 Erziehung zur verantwortungsvollen BürgerInnen
Wir vermitteln Werte wie Grundrechte, Demokratie, Solidarität, Toleranz, soziale Verantwortung, Gleichberechtigung und Gedankenfreiheit.


2 Ausbildungsinhalte

2.1 Individuelle Begabung und Teamfähigkeit
Die Ausprägung eines persönlichen Stils und besonderer Fähigkeiten, im Zusammenspiel mit Kommunikationsfähigkeiten, ist ein wichtiger Erfolgsfaktor in den gestalterischen und technischen Berufen der Medien- und Kommunikationsbranche. Wir wecken und fördern Begabung, Kreativität, Teamfähigkeit und die Neugier auf neue Technologien.

2.2 Solide Grundausbildung und zeitgemäße Technologien
Erforderliche Kompetenzen, die Beherrschung der benötigten Software und der Verarbeitungstechnologien werden auf dem aktuellen Stand der Technik unterrichtet.

2.3 Allgemeinbildung und Fachwissen
Das für die Berufsausbildung notwendige qualitätsgesicherte, praktische und theoretische Fachwissen wird von allgemeinbildenden Fächern begleitet. Besonderen Wert legen wir auf den kulturellen Background. Der sichere Umgang mit Fremd- und Fachsprachen, persönliches Auftreten und gute Kenntnisse der wirtschaftlichen und rechtlichen Rahmenbedingungen ermöglichen den beruflichen Erfolg. Während der Pflichtpraktika wird der Kontakt zur Arbeitswelt gefördert und im praktischen Betriebsumfeld ein Lernzuwachs in fachlicher Richtung erreicht.


3 Ausbildungsmethoden

3.1 Erfahrung und Wissen
Erfahrene Spezialisten/innen setzen theoretische Inhalte mittels praktischer Projekte um. Vorträge und Workshops unterstützen dabei beim Wissenserwerb.

3.2 Praxisnähe
Besuche von Ausstellungen, Messen, Kongressen und Unternehmen im In- und Ausland ermöglichen Einblicke in die Berufsrealität und in aktuelle Arbeitsmethoden. Die Nachbereitung von Informations- und Diskussionsveranstaltungen trägt der aktuellen Entwicklung Rechnung. Die Teilnahme an Wettbewerben sowie Arbeiten für externe Auftraggeber und Diplomarbeiten bilden eine Brücke zwischen Schule, Wirtschaft und öffentlichen Institutionen.

3.3 Einzelleistung und Teamwork
Einzelleistung und Teamwork sind im Berufsleben erforderliche Eigenschaften, um professionell Projekte abzuwickeln. Diese Fähigkeiten werden durch Einzel- und Gruppenarbeiten, Laborübungen, regelmäßige Projektbesprechungen und Präsentationen gefördert. Die einzigartige Kombination von von Medientechnik, Fotografie, Multimedia und Grafik unter einem Dach ermöglicht abteilungsübergreifende Projekt- und Diplomarbeiten.

3.4 Infrastruktur
Die branchenübliche Ausstattung mit Hard- und Software am neuesten Stand der Technik gewährleistet unsere praxis- und zukunftssichere Ausbildung. Daneben vertiefen traditionelle Verfahren und Maschinen den Grundlagenerwerb und das Verständnis für die darauf aufbauenden modernen Technologien.

3.5 Fachbereichsübergreifendes Lernen
Die einmalige Kombination von vier Fachabteilungen ermöglicht durch Vorträge und Workshops das Kennenlernen aller Abteilungen. So wird bereits in der Ausbildungsphase interdisziplinäres Lernen gefördert.

3.6 Meinungsvielfalt
Die Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Lehrmeinungen fördert die Kritikfähigkeit, Eigenständigkeit. Gelebte wechselseitige Feedback-Kultur und ein respektvoller Umgang bilden die Grundlage für eigenständiges Denken und verantwortungsvolles Handeln.


4 LehrerInnenprofil

4.1 Praxiserfahrung
Die Lehrenden der fachpraktischen und fachtheoretischen Fächer sind neben ihrer Unterrichtstätigkeit als PraktikerInnen in der Medien- und Kommunikationsbranche tätig und können so aus mehrjähriger Berufserfahrung schöpfen und ihr Wissen weitergeben.

4.2 Aktuelles Wissen
Die Lehrenden vermitteln nicht nur ein einmal erworbenes Wissen, sondern aktuelle Erkenntnisse und Erfahrungen. Sie informieren sich laufend über den aktuellen Stand von Technologie, Arbeitsmarkt und fachbezogene Entwicklungen. Die Erkenntnisse geben sie auch in Seminaren an unsere LehrerkollegInnen weiter.

4.3 Fachliche Autorität
Unterrichtet wird von erfahrenen und erfolgreichen Fachleuten, die Mängel kompetent analysieren und zu Verbesserungen ermutigen, ohne SchülerInnen und Studierende zu entmutigen.

4.4 Klare Beurteilungen
Die Qualität von Leistungen und das Ausmaß des jeweiligen Fortschrittes werden auf der Grundlage von allgemein verständlichen und nachvollziehbaren Kriterien beurteilt.

4.5 Kooperation und Kommunikationsfähigkeit
Die Kommunikation unter den KollegInnen schafft die Basis für fächerübergreifendes Lehren und Lernen. Der fachtheoretische Unterricht nimmt Bezug auf die fachpraktischen Gegenstände.

4.6 Kritische Reflexion
Die sozialen und wirtschaftlichen Entwicklungen werden ebenso hinterfragt wie die Verwendung zeitgemäßer Technologie, Pädagogik und Didaktik.


5 SchülerInnen- und Studierendenprofil

5.1 Begabung
Die SchülerInnen und Studierenden beweisen die zum Erlernen eines Berufs in der Kommunikationsbranche unerlässliche gestalterische Begabung, ihre Kreativität und das technische Interesse bei einem Eignungstest und einem Aufnahmegespräch. Sie wollen ihre Begabung auf ein professionelles Niveau heben.

5.2 Leistungswille
Nur wer bereit ist, herausragende Leistungen zu erbringen, kann in der Medien- und Kommunikationsbranche erfolgreich sein. Die SchülerInnen und Studierenden der Graphischen investieren ein Maximum an Energie und Leidenschaft in ihre Ausbildung.

5.3 Neugier nach Bildung und Wissen
Die SchülerInnen und Studierenden besuchen Betriebe, Ausstellungen, Veranstaltungen und Messen. Sie reflektieren kritisch ihr Umfeld und bringen ihre Erfahrungen in den Unterricht ein. Sie interessieren sich für neue Technologien und aktuelle kulturelle und gesellschaftliche Entwicklungen.

5.4 Kritikfähigkeit und Zivilcourage
Die SchülerInnen und Studierenden erleben Fehler und Rückschläge als Chance für den persönlichen Fortschritt. Sie profitieren von der Auseinandersetzung mit den Projekten ihrer KollegInnen. Die SchülerInnen und Studierenden artikulieren selbstbewusst Kritik an verbesserungswürdigen Zuständen in Schule und Gesellschaft und arbeiten aktiv an der Weiterentwicklung des Schullebens mit. Erworbenes Wissen wird verantwortungsvoll eingesetzt.

5.5 Toleranz
Standpunkte von MitschülerInnen und Lehrenden sowie Entwicklungen im Beruf werden offen und respektvoll diskutiert. Die SchülerInnen und Studierenden leben Diversität und schätzen unterschiedliche Lebensstile. Lehrende, Studierende und SchülerInnren begegnen einander respektvoll und wertschätzend. Höflichkeit ist ein Grundpfeiler des Schullebens.

5.6 Diversität
Die Gleichstellung der Geschlechter bzw. Geschlechteridentitäten als Ausdruck sozialer Gerechtigkeit wird im Hinblick auf das berufliche und persönliche Entfaltungspotential an der Schule vorgelebt und gelebt.


6 Elternprofil

6.1 Förderung
Die Eltern fördern die Ausbildung und interessieren sich auch für deren Entwicklung.

6.2 Unterstützung
Die Eltern fördern ihre Kinder in ihrer Ausbildung und interessieren sich auch für deren Entwicklung.

6.3 Verantwortung
Die Eltern wissen um ihre Verpflichtung zur Erziehung ihrer Kinder und wirken im Ausbildungsprozess der Schule unterstützend mit.


7 Nachhaltigkeit

7.1 Cradle to Cradle
Die Konsequenzen aller Design- und Produktionsmaßnahmen werden hinterfragt. Schonender Umgang mit Ressourcen ist ein wesentlicher Aspekt bei den Produktionsverfahren. Projekte, die Nachhaltigkeit fördern, werden forciert. Nachhaltigkeit wird unterrichtet und ist ein Bewertungskriterium bei Projekten. Auch im Schulleben fördern wir nachhaltiges Handeln.


8 Vision

8.1 Freiräume
Wir schaffen differenzierte und freie Räume zum individuellen Arbeiten, zur Kommunikation und Erholung. Die Graphische wird als integrativer Lernort strukturell und baulich erweitert, um experimentelles Forschen in allen Fachbereichen zu ermöglichen. Kultur und die internen Strukturen ermöglichen den SchülerInnen und Studierenden an der Graphischen, eigene kritsiche Medien und Foren zu schaffen. Nach einer Basisausbildung in der eigenen Fachabteilung wählen die SchülerInnen und Studierenden Module, frei nach Ihren Bedürfnissen und Begabungen.

8.2 unesco-Schule
Es ist unser Ziel, globale Anliegen und die Rolle der Vereinten Nationen, Menschenrechte (inkl. Frauenrechte), Demokratie und Toleranz, interkulturelles Lernen und Friedenserziehung sowie Umweltbildung und nachhaltige Entwicklung als Schwerpunkte in den Schulunterricht aller Schultypen zu integrieren und Kinder und Jugendliche mit den Themen und Ideen der unesco vertraut zu machen.


Im Schuljahr 2018/19 wurde an der Graphischen das bestehende Leitbild in wiederholter Treffen und Diskussionen, zu denen alle Mitarbeiter*innen des Hauses eingeladen wurden, in mehrern Sitzungen überarbeitet. Es wurde an die aktuelle Ausbildungsitutation angepasst, Zukunftsvisionen wurden formuliert.

In diesem Sinne möge dieses Leitbild verstanden werden — als Leitfaden für das Verhalten von Lehrern, Schülern und Eltern, mit dem Ziel die Vorrangstellung der Graphischen zu festigen und weiter auszubauen.

Mag. Martin Dunkl und
Mag. Clemens Heider
Koordination